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Kapitel 3: Das Fundament der Collie-Zucht von 1868 bis 1899
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Wenn man sich mit der Geschichte des Collies und ihrer Zucht aus der Anfangszeit auseinandersetzt bemerkt man immer wieder dass manche Hunde unter verschiedenen Namen auftraten. So wurde zum Beispiel der 1868 geborene „Old Cockie“ von seinem Besitzer, Herr Waite aus Nottingham, auch unter dem Namen "Cockie Boy" ausgestellt.
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„Old Cockie“ (1868)
„Old Cockie“ gilt als Urvater der Rough Collies. Von ihm stammt das raue Haar und vor allem die bis dahin nicht vorhandene Sable Farbe, eine absolute Seltenheit bei den damaligen Hunden. Im weiterne hatte er als erster den charakteristischen weisse Kragen, auch dies ein Merkmal welches auf ihn zurückgeführt wird.
Die Stammbäume der meisten heutigen Rough Collies gehen auf ihn zurück. Sein Besitzer und Züchter, Herrn White aus Notthingam, gab den Stammbaum von "Old Cockie" nie bekannt. Nur das Geburtsjahr 1868 und sein Verschwinden im Jahr 1882 sind gesichert bekannt.
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„Old Cockie“ in Jahre 1868 geboren und ab 1871 ausgestellt, mit 10 Jahren, eines der wenigen Fotografien von Uhrvater unserer heutigen Collies.
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Die Ausstellungserfolge von "Old Cockie" waren sagenhaft, ob er im Süden oder Norden von England antrat, er gewann praktisch immer. So gewann er vier Mal in Birmingham (1871, 1872, 1873, 1875) davon zwei Mal den als Gesamt-Sieger (1872 und 1873), er gewann 1870 in Maidstone den Major's Cup als bester Schäferhund unter 74 Konkurrenten. Dies nur ein par seiner Grossen Erfolge, er war der Star der Englischen Hundeausstellungen.
„Old Mec“ (1870)
Ein harter Konkurrent im Ausstellungsring war zu dieser Zeit der zwei Jahre jüngere „Old Mec“von Herr John Henshel, auch ihn finden wir häufig am Anfang der Ahnentafel der heutigen Collies. "Old Mec" war schwarz und sable Farben mit einer weissen Brust, er hatte ein dichtes Fell welches weich und wellenförmig gestrichen war, der Kopf hatte ein eine sehr gute Länge aber sein Ausdruck lies etwas zu wünschen übrig, was ihm dann oft den zweiten Platz hinter "Old Cockie" einbrachte.
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"Trefoli" (1873)
"Trefoil", 5 Jahre jünger als „Old Cockie“, war ein Rüde, dem wir sehr viel verdanken; auf ihn führt man die tricolor Farbe zurück. Sein üppiges dreifarbiges Fell besass lange Haare, eine Qualität welche er auch seinen zahlreichen Nachkommen vererbte. „Trefoil“ wurde erstmals in Birmingham 1874 seinen Züchter und Besitz Herr S. E. Shirley gezeigt und gewann in der Folge zahlreiche Preise. "Trefoil" war das Resultat einer konsequenten Linienzucht wie sein Pedigree ganz deutlich zeigt, "Old Twig“ hatte bereits das Blut der beiden Hündinen "Bess" (beide hiessen Bess) von Mr. Watt und Mr. Shirley in sich, die Mutter war auch die Ur-Ur-Grosmutter. Was ihn aber besonders auszeichnete, er war der beste Zuchtrüde seiner Zeit. Vor allem das vorzügliche Fell vererbte er seinen Nachkommen weiter. Viele seiner Nachkommen trugen dasselbe lange Tricolor Fell welches ihn so auszeichnete. Er war Vater von "Ch. Charlemagne" und sein Züchter und Besitz war Herr. S. E. Shirley. |
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Herr Shirley war bei der Gründung des Kennel Clubs eine der herausragenden Persönlichkeiten, andere ihm gehörende Hunde waren "Tricolour" und "Tartan". Ein weiterer direkter Nachkomme war "Sefton" (1884), dieser errang zwar keine grossen Ausstellungserfolge, wurde jedoch als Vater des berühmten „Metchley Wonder“ bekannt. Auch hier sieht man was „Trefoil“ für ein überragender Zuchtrüde war.
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„Scot“ (1873)
Am Ursprung des Blue-Merle-Collie hat Herr W.P. Arkweight grosse Verdienste. Als Urvater der Blue-Merle-Collies könnte man da den Rüden „Scot“ bezeichnen. Er wurde 1873 geboren (Abstammung unbekannt) und gehörte Herr Brackenburg. Herr W.P. Arkweight beschrieb „Scot“ wie folgt: Sein Fell war hellsilberblau , mit wunderschönen wolkenartigen schwarzen Flecken, weisse Halskrause, Mähne, Blesse, Pfoten und Rute; das Gesicht und Vorderläufe umrahmt von leuchtendem Rot. Er hatte ein blaues Auge (chian eve). W.P. Arkweight die der viele Jahr seines Lebens den Blue Merle Collies widmete erreichte mit dem Rüden „Scot“ seine Zuchtziele. „Scot“, dessen Vorfahren unbekannt sind, wurde mit einer Hündin Namens Russet gepaart. Die Hündin "Blue Stocking" aus diesem Wurf wurde später mit einem Rüden Namens Redbreast gepaart. Aus dieser Verpaarung entstand die Blue-Merle Hündin Blue Rose. Sie wurde später mit ihrem Grossvater „Scot“ gekreuzt und daraus entstanden im Jahre 1881 der immer wieder erwähnte Rüde "Blue Sky" und seine Wurf-Schwester "Blue Tristel". |

Der Blue-Merle Rüde „Scot“ wurde 1873 geboren
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„Meg“ (1876)
1876 wurde die Hündin „ Meg“ geboren, eine Tochter von „Trefolio“ und der Mutter „Lassie“. Die berühmteste Ihrer Nachkommen war die Hündin „Maude“, welche aus der Kreuzung mit „Old Cockie“ entstand. „ Maude“ gebar später den berühmten „ Ch. Charlemagne“ . „Meg“ wurde oft von den Gebrüdern Charles ausgestellt. Die beiden Brüder bauten den berühmten Zwinger „Wellesbourne“ auf, leider verstarb einer der Brüder und Herr Williams Charles führte die Zucht alleine weiter. Aus dieser Zucht entwickelten sich einige bekannte Collies. Einer der berühmtesten und in vielen Ahnentafeln zu finden ist der Ch. „ Wellesbourne Conqueror“. |
Ch. „Madge I“ (1879)
Etwa zur selben Zeit, züchte Reverend Hans F. Hamilton in seiner Zuchtstätte Woodmansterne, seine tricolor Collie Hündin Ch. „Madge I“ , geboren 10.09.1879. Sie wurde zu einer wichtigen Zuchthündin am Anfang der Colliezucht. Aus der Verbindung mit Champion „Charlemagne“ entstand der Vater von „Metchley Wonder“ der Tricolor-Rüde „Sefton “. Der Name von Reverend Hans F. Hamilton ist den meisten Liebhabern des Collies bekannt, er war auch viele Jahre Präsident des Britischen Collie Club. Sein Name ist auch heute noch in Form der „Reverend Hans Hamilton Memorial Trophy" gegenwärtig, die auf der jährlichen Championatsausstellung des British Collie Club ausgetragen wird. Dieser Gentleman züchtete die Champions Woodmansterne Tartan , Woodmansterne Piccolo , Woodmansterne Thistle , Woodmansterne Thea und Woodmansterne Ivan , ausserdem noch viele weitere gute Hunde einschliesslich Champion „ Christopher“ . |
Reverend Hans F. Hamilton
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Ch. „Charlemagne“ (1879)
Auf den Champion "Charlemagne" (geboren 04 Januar 1879), ein Enkel von Old Cockie , führt man die Fellzeichnung und den eleganten Körperbau des heutigen Collie zurück. Er hatte alle Qualitäten seines Vaters Trefoil und war sowohl in der Zucht wie auch auf Ausstellungen enorm erfolgreich.
Der bekannteste seiner Nachfahren war Champion „Metchley Wonder“ er gilt als der erst „moderne“ Collie. „Metchley Wonder“ war das Resultat konsequenter Linienzucht so kam bei ihm Charlemagne sogar zweimal im Stammbaum vor. Charlemagne war, wie schon sein Vater, der beste Zuchtrüde seiner Generation.
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„Collie Club's Challenge Trophy“ |
Blue Sky und Blue Tristel (1881)
Der Rüder "Blue Sky" und seine Schwester "Blue Tristel" waren der Anfang einer langen erfolgreichen Zuchtreihe aus dem Zwinger von Herr Arkwright, dem wohl besten Blue-Merle Züchter in den Anfängen der Colliezucht. " Blue Sky" war der beste Blue-Merle-Zuchtrüde seiner Zeit und seine Wurfschwester bewies ihren Zuchtwert mit der Geburt der berühmten „ Blue Ruin“ . Sie war ihrerseits die beste Zuchthündin Ihrer Zeit und verlies England 1890 um die Blue-Merle Zucht in Amerika zu begründen. "Blue Ruin" von Herr W.P. Arkweight war auch der erste Blue-Merle-Collie der 1888 an einer Ausstellung alle andern Farbschläge besiegte, er gewann die begehrte „Collie Club's Challenge Trophy“, dies war der Durchbruch für die Blue-Merls an den Ausstellungen. So gewann noch im selben Jahr sein Vater „Blue Sky“ ebenfalls an einer Ausstellung. Dass dies so lange dauerte, erstaunt vor allem wenn man bedenkt, dass der Blue-Merle-Collie von den Schafhirten Schottlands immer bevorzugt wurde. Der Blue-Merle wurde immer als der bessere Hütehund eingeschätzt, ein Umstand den man auch heute noch bemerkt. So gilt der Blue-Merle als der aktivste Collie der drei Farnschläge. Das Jahr 1888 war somit ein sehr wichtiges Jahr für den Blue-Merle-Collie, er war von nun an nicht nur ein vorzüglicher Arbeitshund, sondern galt nun auch als potenzieller Ausstellungssieger in Schönheits-wettbewerben. |
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Ch. "Eclipse" (1882)
Ein weiteres
interessantes
Detail zur damaligen Colliezucht zeigt auch Charlemagne`s erfolgreicher Sohn „Eclipse“. Aus der Kreuzung mit seiner Schwester „Flirt“ entstand der erfolgreichste Ausstellungs-Collie seiner Zeit. Am 11.1.1882 erblickte der Collie-Rüde „Eclipse“ das Licht der Welt. Er gewann nicht weniger als 16 Ausstellungen in der Champion Klasse, ein absoluter Rekord in der damaligen Zeit. Er war auch, bis zu diesem Zeitpunkt, der einzige Rüde, dessen weibliche Nachfahren über den Atlantik nach Amerika exportiert wurden, um dort als Grundlage für die amerikanische Colliezucht der ersten Jahre zu dienen. Nur durch sehr enge In- und Linienzucht war es möglich, das Aussehen des Collies so rasant zu verbessern, wie es in der damaligen Zeit geschah.
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Eclipse, geboren 11.1.1882
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Champion Rutland, geb. 7.6.1882

Champion Rutland (1882) |
Champion Rutland (1882)
Am Champion "Rutland" (1882) 7. Juni 1882 wurde Ch. Rutland geboren. Ein wunderschöner Tricolor-Rüde, welcher sich zum erfolgreichste Ausstellungs-Collie entwickelte. Er war der erste Gewinner der „Collie Club's Challenge Trophy“.
Die Collie Club Challenge Trophy, ist die begehrteste Trophäe für einen Collie-Besitzer. Sie zeichnet jedes Jahr den besten Collie aller Klassen, Langhaar oder Kurzhaar aus. Ihr Wert schätzte man bei der Anschaffung auf etwa 60 Guineas, ihr heutiger Wert liegt bei etwa 1.000 Pfund. Die Trophäe ist einer der wertvollsten Gegenstände der Collie-Geschichte, auf ihr sind viele der berühmten Collies aufgeführt.
Ursprünglich gehörte diese wunderschöne Trophäe dem Collie Club. Als Collie Club, Northern Collie Club, Rough Blue Merle Club und Smooth Collie Club unter dem Namen vereint wurden, ging sie in den Besitz dies Clubs über. Der . British Collie Club ist einer der ältesten Rasse zuchtvereine der Welt. Heute wird die Collie Club Challenge Trophy auf der alljährlichen Championship Show des British Collie Club an den Collie welcher „Best in Show" wird vergeben. Es ist wohl der Traum eines jeden Collie- Besitzers, diese Trophäe einmal vorübergehend in Besitz nehmen zu können. Nebenbei ist zu erwähnen, wenn sie von einem Nichtmitglied des Collie Clubs gewonnen wird, dieser vor der Überreichung Sicherheit leisten muss.
Der erste Name der auf die Trophäe eingraviert wurde war, wie bereits erwähnt, die des Collis Ch. "Rutland". Er war der Erfolgreichste Collie aller Zieten. So gewann er 21 Ausstellung-en in der Offenen Klasse und 6 in der Champion Klasse, das waren mehr Siege als sein gleichaltriger Rivale "Eclipse". Er war zusammen mit "Eclipse" das Schönheitsideal der ersten Collie-Generationen. |
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Ch.“Metchley Wonder“ (1886)
Metchley Wonder (geboren 2.3.1886) gilt vom Typ her als erster „moderner“ Collie. Er hatte bereits die Schönheitsmerkmale der heutigen Collies. In nur 4 Generationen änderte sich das aussehen von eher plumpen „Old Cockie“ zur eleganten, dem Schönheitsideal seiner Zeit entsprechenden Metchley Wonder. „Nome its Omen” ein echtes züchterisches „Wonder“. In der Tat war einer der wichtigsten Zuchtrüden in der Zuchtgeschichte ein weiss-faktorierter Collie, Champion Metchley Wonder, der 1886 in England geboren wurde. Er war der Urenkel von "The Lily", die 1881 in England geboren wurde und der früheste bekannte weisse Collie ist. Sie war ganz weiss mit einem Sable-Kopf. Gezüchtet wurde "Metchley Wonder" von
Herr Sam Boddington
dem die Metchley-Zucht gehörte. Sie wurde von Herr Megson für £500 gekauft und gewann mit Ihm zwischen 1887 und 1892 fünfmal die Collie Torphy des Britischen Collie Clubs. Auch in der Zucht brachte Metchley Wonder hervorragende Resultate. Der Erfolgreiche Collie „Thur Ali Baba“ (13.1.1888) vom der Schweizer Zucht Thur von Max Feer war auch ein Sohn von ihm. Sein Berühmtester Nachkomme war aber sicher "Ch. Christopher" der später für £1000 nach Amerika verkauft wurde. Um ein Gefühl zu bekommen wie hoch dieser Preis war muss man wissen dass ein Arbeiter damals durchschnittlich 50£ im Jahr verdiente. Die Collies wurden damals zu astronomischen Preisen gehandelt, besonders jene die nach Amerika exportiert wurden. |

Metchley Wonder (geboren 2.3.1886)
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Champion Christopher (1887)
Champion „Christopher“, geboren 16.04.1887, hatte in seiner Zeit wohl den grössten Einfuss auf die zukünftige Colliezucht. Die Mutter von "Christopher" war
Ch. Peggie II, geboren 17.08.1881, und der
Vater war Ch. „Metchley Wonder“ , für den Herr Megson, zuvor erfolgreicher Aussteller von Dalmatinern, Bernhardinern und Mastiffs, 500 Pfund zahlte. Er wurde für 60 Pfund an Herr T. Stretch vom Ormskirk Zwinger verkauft, und dieser verkaufte ihn schliesslich für 1.000 Pfund in die USA an Herr Mitchell Harrison welcher den Chestnut Hill Zwinger in Philadelphia besass.
Ehe er England verliess, wurde er an den ersten „Crufts“ 1891 als Sieger ausgerufen und zeugte in der Folge noch viele bekannte englische Ausstellungs-Sieger und Zuchthunde. Einer seiner berühmten Söhne war "Edgbaston Marvel", welcher sich vorallem als Zuchtrüde bewährte und der seinerseits Vater von so berühmten Champions wie „Southport Perfection“, „Southport Pilot“ und „Portington Bar None“ wurde.
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Champion Christopher geboren 16.04.1887 (Pedigree) |
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Erste Beschreibung der Collie Eye Anomalie (CEA) (1893)
Im Jahre 1893 wurde erstmals eine angeborene beidseitige Veränderung des Augenhintergrundes, das Skleralstaphylom, bei einem Schottischen Schäferhund beschrieben. Der Bericht wurden von Herr G. Schleich in der Zeitschrift für vergleichende Augenheilkunde. Es ist die die erste medizinische Beschreibung der Collie Eye Anomalie (CEA). Die damals erkannte Veränderung zeigte als weltweites Problem, welches fast ausschliesslich bei den Rassen der Kurz- und Langhaarcollies und der Shelties auftrat. Wie tief diese Augenanomalie in der Rasse Collie verwurzelt ist, zeigt ihre frühe Erkennung ende des 19. Jahrhunderts.
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Herr T. Stretch
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Champion Ormskirk Emerald (1894)
Champion Ormskirk Emerald wurde am 3.9.1894 geboren, sein Züchter war Herr W. P. Barnes aus Aughton. Herr Barnes war der Schwager von Herr H. Ainscough, dem Besitzer des Parbolds-Zwingers, war. Und der Wurf, aus dem Emerald stammte, wurde auf Empfehlung von Herr Ainscough gezüchtet, und Herr T. Stretch kaufte den gesamten Wurf mit voller Zustimmung seines guten Freundes Herr Ainscough für 25 Pfund. Champion Ormskirk Emerald war schwierig auf Ausstellungen zu präsentieren, in seinem ersten Ausstellungsjahr gewann er nicht viel, da er kein sehr üppiges Haarkleid hatte;
später erreichte er jedoch höchste Anerkennung und gewann nicht weniger als 22 Challenge Certificates, ein Rekord welcher in den nächsten hundert Jahre nie mehr erreicht wurde. A uf dem Höhepunkt seiner Karriere wurde er von Herr Stretch für 1.300 Pfund an Herr Megson verkauft.
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Champion Rufford Ormond, geboren 03.06.1891 (Pedigree) |
Später verkaufte Herr Megson Ch. "Ormskirk Emerald" an Frau Chetwyn, die den Hund nur selten ausstellte und später ihren Zwinger aufgab. Danach wurde "Ormskirk Emerald" auf einer Auktion zum Verkauf angeboten, aber es wurden keine Gebote gemacht. Schliesslich wurde der Rüde von Herr Santo, den früheren Kennel Präsident von Frau Chetwyn für 2 Pfund gekauft.
Herr T. Stretch war ein grosser Collie-Liebhaber, in seinem Besitz waren einige berühmte Collies wie Champion "Christopher", Champion "Ormskirk Emerald", Champion "Rufford Ormond", Champion "Ormskirk Olympian" und Champion "Ormskirk Foxhall".
Es ist faszinierend wie Herr T. Stretch durch seine gekonnte und überlegte Linienzucht seine Collies laufend verbesserte. Durch das Studium der Stammbäume seiner erfolgreichen Collies kann man sehr viel über den Einsatz einer gezielten Linienzucht lernen. Nur durch sein grosses züchterisches Können wurde es möglich, dass er, in seinem Zwinger Ormskirk, über Jahre so erfolgreiche Collie-Linien hervorbrachte. Er gehörte sicher zu den besten Züchter seiner Zeit.
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| Die Parbolds-Zucht
Ebenfall zu den besten Züchtern seiner Zeit gehörte Herr Hugo Ainscough, er war Begründer und Besitzer des berühmten Parbolde Zwingers. Auf den Paribolde-Zwinger lassen sich auch heute noch viele berühmte Collie-Stammbäume zurückführen und dies sowohl von den englischen Zuchtlinien wie auch von den amerikanischen Zuchtlinien.
Seinen ersten Collie kaufte Herr Ainscough in den späten 70er Jahren des 19. Jahrhund-erts, Es war eine tri-colour Hündin namens „ Sweet Fanny“ („ Rob Roy Macgregor“ – „Sweet Lassie“ ), für die er 20 Pfund bezahlte. Ihren ersten Wurf hatte die Hündin mit Champion „Metchley Wonder“ . Da dieser Wurf sehr schöne Welpen hervorbrachte, wurde „ Sweet Fanny“ nochmals mit dem gleichen Rüden gepaart, hieraus entstand der erste Parbold Champion, „ Parbold Rover“ . Als Junghund wurde dieser in Birmingham ausgestellt, im Katalog für 100 Pfund angeboten und durch Herr Chance gekauft, der ihn danach mit viel Erfolg unter dem Namen Champion „ Great Alne Douglas “ ausstellte. |
Herr Hugo Ainscough |
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Ch. „ Southport Perfection“ geboren am 19.02.1892 (Pedigree)
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Herr Hugo Ainscough kaufte eine zweite Hündin aus der Paarung „ Bonaparte“ – „Wirral Nell“ , ihr Name konnte ich bisher noch nicht ausfindig machen. Die Hündin wurde mit Ch. „ Great Alne Douglas“ (ursprünglicher Name „Parbolt Rover“ ) gepaart. Aus dieser Paarung stammen zwei bekannte Parbolt Champions, Ch. „Barwell Pearl“ und Ch. „Parbold Patti“. Herr Ainscough konnte durch sein grosses Fachwissen, immer wieder sehr erfolgreiche Hündinnen einkaufen, welche seine eigene Zucht vor allem zu Beginn schnell verbesserten. So war auch der Zukauf der Hündin „Tabley Rose“ ein voller Erfolg. Diese paarte er mit „Edgbaston Marvel“ . Aus dieser Paarung kamen die Champions Ch. „ Southport Pilot “, Ch. „ Southport Perfection“ welcher am 19.02.1892 auf die Welt kam. Von Ch. „Southport Perfection“ ist überliefert, dass er ein Stockmass von 63.5 cm hatte und ca. 30 kg schwer war. Er wurde im Alter von 7 Monaten an Hr. Mason für 450 Pfund verkauft und dann mit 3 Jahren an Hr. Megson für 1000 Pfund weiter verkauft.
Um diese Zeit hatten sich die Parbolds allgemein durchgesetzt. Eine weitere Hündin, „Parbold Peri“, wurde mit Ch. „Sefton Hero“ gepaart, aus dieser Paarung entstammen Ch. „ Chorlton Phyllis“ und Ch. „ Chorlton Priscilla“ , beide aus dem gleichen Wurf. Ch. „Sefton Hero“ wurde für 5000 $ in die USA exportiert und wurde 1894 der Ausstellungssieger der ersten Collie Club of America Clubshow in New York. |
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Wellesbourne Conqueror (1895)
Ein weiterer wichtiger Colle für die Parbold-Zwinger war der Rüde Ch. „Wellesbourne Conqueror“. Der Zwinger „Wellesbourne", im Eigentum von Herr William Charles, erlangte seinen hohen Bekanntheitsgrad vor allem durch diesen bekannten Zuchtrüden, welcher in sehr vielen Ahnentafeln zu finden ist. Im Alter von 7 Jahren wurde er in die USA in den Zwinger Bon Ami Collies, Milwaukee, Wisconsin von Herr JI Behling exportiert. Auch in den USA gilt Ch. „Wellesbourne Conqueror“ als einer der wichtigsten Collies in die Anfänge der amerikanischen Colliezucht. |
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Ch. Balgreggie Hope (1896)
Nach diesen ersten Erfolgen des Parbold-Zwingers wurde „Balgreggie Hope“ gekauft, er ist 1896 geboren, aus der Zucht von Herr Wilkie. Die Mutter von Balgreggie Hope hiess „Nell“ und stammt aus der Zucht von Herr Ainscough und der Vater war „ Old Hall Blicher“ . Dieser Rüde wurde schnell Champion, und diesem Hund schreibt Herr Ainscough selbst den grössten Teil seiner Erfolge zu. Er war Vater der erfolgreichen Zuchthündin „Parbold Pinafore“. Aus der Paarung mit ihr und Ch. „Wellesbourne Conqueror“ entstand 1899 der berühmte Ch. „Parbold Piccolo“. |
„Parbold Pinafore“ geboren am 27.4.1898 (Pedigree)
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Parbold Pinafore (1898)
„Parbold Pinafore“ (Ch. „ Balgreggie Hope“ – „ Parbold Prim“ ) wurde am 27.4.1898 geboren. Sie war eine der besten Zuchthündinnen von Herr Ainscough. Die hier wiedergegebene Aufnahme, zeigt die Hündin im Alter von vier Jahren. Sie sollte in der Folge noch vielen vorzügliche Nachkommen auf die Welt bringen. Darunter auch Ihr Sohn Ch. „Parbold Piccolo“.
Ch. Parbold Piccolo (1899)
Einer der ganz grossen Parbold Collies, war Ch. „Parbold Piccolo“, geboren am 3.4.1899. Er war zweifelsohne DER Zuchtrüde seiner Zeit. Zu seinen Nachkommen gehören, Ch. „Parbold Pagoda“, Ch. „Anfield Model“, Ch. „Lancaster Rex” , Ch . “Parbold Patentee” , Ch. “ Parbold Purity” und Ch. “Ormskirk Olympian”, um nur einige der wichtigsten zu nennen. |
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Ch. "Parbold Piccolo" hatte ein Stockmass von 68,5 cm und ein Gewicht von 38,6 Kg. Daraus ersehen wir wie kräftig die ursprünglichen Collies waren. Nach dem heutigen FCI Standart muss ein Collie zwischen 56 - 61cm Stockmass aufweisen und gemäss amerikanischem Standart 61- 66 cm.
1904 wurde Ch . „Parbold Piccolo“ von Herr J. H. Behling für seinen Zwinger Bon Ami Collies, Milwaukee, Wisconsin USA gekauft. Es ist derselbe Zwinger welcher schon „ Piccolos's “ Vater Ch . „Wellesbourne Conqueror“ in die USA importiert hatte. J. H. Behling zahlte dafür eine der höchsten Summen, welche je für einen Collie bezahlt wurden. Die Erwartungen waren dementsprechend gross, an diesen famosen Zuchtrüden. In England hatte er ja schon wunder-bare Nachkommen gezeugt. Nach der langen Überfahrt von England in die USA kam Herr J. H. Behling an einem so um die Mittagszeit im Oktober 1904 endlich in Milwaukee an. Stolz nahm er seine Superstar an die Leine, durch eine kleine Unachtsamkeit konnte sich „ Parbold Piccolo“ aber losreissen und verschwand auf Nimmerwiedersehen. Trotz intensivster Suche wurde der Hund nie mehr gefunden. Dies war ein herber Verlust für die gesamte ameri-kanische Colliezucht, denn man hatte unglaublich grosse Hoffnungen in Ihn. Die einzigen bekannten Nachkommen sind also alle in England geboren. |

Ch . „Parbold Piccolo“ geboren am 3.4.1899 (Pedigree) |
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| In 32 Jahre von Hirtenhund zum Schönheitsideal
Mit dem Ende des 19. Jahrhunderts war das Fundament des heutigen Collies gebaut. Er hat sich von etwas plumpen „Old Cockie“ aus dem Jahre 1868 innert 32 Jahren zum eleganten „Parbold Piccolo“ entwickelt. Ein fast unglaublich züchterische Leistung welche hier von den Collie-Züchtern der ersten Stunde vollbracht wurden. Natürlich sind die bisher erwähnten Zwinger nicht die einzigen grossen englischen Zuchtsätten der ersten 30 Jahren. Da gab es noch Barwell, Canute, Edgbaston, Great Alne, Herdwick, Metchley, Ormskirk, Sefton, Southport und viele mehr. Sie haben alle ein Grossen Anteil daran, dass wir uns heute an unseren edeln und wunderbar schönen Collies erfreuen können. |
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Der Collie von 1868 bis 1899 - In 32 Jahre von Hirtenhund zum Schönheitsideal |
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Die Eckpfeiler der Collie-Zucht 1900 bis 1914 in Bearbeitung |
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